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Kleiner Bruder: ein Panzer III Ausf. L im Maßstab 1:48

Modell: G. Schachinger
Bausatz: Tamiya, 1:48
Fotos: G. Schachinger
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pfeil_re Aus der Schachtel gebaut
pfeil_re Bemalung
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Ausgangslage: "Out of the box"



Weil ich dieses Modell in einem Wettbewerb unter der Kategorie "out of the box" (OOB), also aus der Schachtel gebaut, teilnehmen lassen wollte, konnte ich keine - sonst bei mir üblichen - Bastelorgien veranstalten. Wenigstens die MG-Läufe bohrte ich auf, die Schraubenschlitze am Turmdach ritzte ich ein und die fehlenden Schweißnähte wurden mit Spachtelmasse ergänzt. Ich ergänzte nicht einmal die Lüftergitter am Panzerheck. Das lässt somit leider auch Rückschlüsse über die magere Ausstattung des Tamiya-Bausatzes zu. Ein Metallrohr sucht man übrigens auch vergeblich in der Schachtel.

Ansonsten ist der Bausatz aber gut detailliert und sogar mit einigem Zubehör ausgestattet. Man findet z.B. die alten Leiträder, von denen ich eines verwendete, um das Modell etwas abwechsungsreicher zu gestalten.

Weil ich immer eine kleine Geländebasis zu meinen Modellen gestalte, musste ich diesmal besonders "aufpassen", nicht zuviel daran herumzutüfteln. Bei der OOB-Kategorie sind nämlich nur Flugfelder, Flugzeugträgerdecks, Straßen oder ähnlich schmucklose Flächen erlaubt, damit man nicht vom Modell ablenkt. Nun, nachdem eine Straße ja nicht im "luftleeren" Raum sein kann, muss auch ein wenig Gelände drumherum sein. Figuren und sonstiges Zubehör sind nicht ebenfalls nicht erlaubt.
pfeil_ob

Bemalung

Basisarbeiten

Diesmal fing ich direkt mit einer erdbraunen Grundierung mit Tamiya-Acrylfarben an. Darüber erfolgte eine stufenweise Aufhellung mit Tamiya Dunkelgelb, später gemischt mit "Buff" (ebenfalls Tamiya). Von unten nach ober wurden die Flächen immer heller bemalt, was den Lichteinfall simulieren soll. Ich achtete darauf, dass die senkrechten Flächen mehr erdbraun blieben und die waagerechten und oberen Panzerplatten immer heller wurden.

Schließlich kam fast reine Sandfarbe (Tamiya "buff") auf einzelnen Segmenten zu Einsatz. So wurden z.B. bestimmte Lukendeckel oder das vordere Turmdach so bemalt.

Im Laufwerksbereich trug ich erdfarbene Pigmente vermischt mit Einkomponenten-Spachtelmasse (von Tamiya) und Verdünner auf.

Das rechte Leitrad und eine Laufrolle wurde mit Panzergrau und eine Lüfterluke der Motorraumabdeckung mit "Menninge" dargestellt , um etwas Abwechslung in das Modell zu bringen (die Grundierungsfarbe von deutschen Panzern - "Menninge" genannt wurde im Produktionswerk bereits aufgebracht). Auf diesem Bild sind die Panzerschutzdeckel noch dunkelgelb. Sie wurden später ebenfalls in Menninge nachgebessert.

Zu diesem Zietpunkt war ich mir nicht sicher, ob ich eine grüne Streifentarnung ausführen sollte, oder ob das Fahrzeug in dunkelgelber Farbe belassen sollte. Daher wurden die Abziehbilder des Bausatzes schon jetzt aufgebracht.

Tarnbemalung und erste Filter

Mit meiner treuen "Evolution" und einer 0,15mm Nadel wurde bei ca. 1,6 bar Druck die dunkelgrün-olivgrüne Mischung von Tamiya-Acrylfarbe, aufgehellt mit Fleischfarbe derselben Firma, aufgespritzt. Der 3er bei der rechten Turmnummer wurde vorher mit einer Maskierflüssigkeit abgedeckt und anschließend der fehlende Teil des darüberlaufenden Tarnstreifens mit dem Pinsel ergänzt.

Allfällige kleine Malfehler besserte ich anschließend mit der dunkelgelben Grundfarbe und vorsichtigem Besprühen der Ränder der Tarnstreifen wieder aus. In diesem Maßstab sind die feinen Striche sehr schwierig zu spritzen!

Wichtig dabei ist, dass die Spritzhand mit der zweiten Hand unterstützt wird und der Abstand der Düse vom Modell nur 1-3 cm betragen darf. Auch die richtige Konsistenz der Farbe ist entscheidend: nicht zu dünnflüssig damit keine Rinnsale und nicht zu dick, damit keine ausgefransten Ränder entstehen.

Um auch bei den Tarnstreifen die Wirkung des natürlichen Lichts zu unterstützen, wurden die oberen Teile mit "Buff" sehr vorsichtig übernebelt.

Auf dem rechten Bild erkennt man, dass der Turm im Gegensatz zur Wanne bereits mit einem Detailwashing bearbeitet wurde. Dazu verwendete ich die Ölfarbe "Vandyckbraun". In die Vertiefungen, bei den Schweißnähten, um die Schrauben und unter den Anbauteilen wird eine 80%ig verdünnte Ölfarbe aufgepinselt.

Anschließend putzt man mit einem leicht terpentinfeuchten Pinsel den Überschuss wieder weg. Bei allen schrägen oder senkrechten Stellen wird durch Herunterstreichen gleichzeitig das ablaufende Regenwasser dargestellt, welche den Schmutz mitnimmt und Schlieren erzeugt. Gleichzeitig erhält die Oberfläche unterschiedliche Nuancen der dunkelgelben Farbe und die Eintönigkeit der Grundierung wird gebrochen.

Am Fahrgestell wird mit reinem Schwarz gewaschen, diesmal flächig. Die Stellen mit den Schmutzpigmenten an der unteren Wanne werden mit dunkelbrauner (raw umbra) und schwarz gemischter ölfarbe ebenfalls flächig gewaschen.

Detailbemalung und Kratzer

Durch den Einsatz verschiedener Malmedien von Acryl zu Öl und verschiedenen Farben von braungrau bis hellgelb erzielt man einen "lebhaften" kratzer. Allerdings erfordert das etwas Geduld beim Malen. Ein Kratzer entsteht in mindestens sechs Stufen:

  • hellgelbes Acryl,
  • eventuelle - wie bei dieser Tarnung - hellgrüne Ränder,
  • darauf dunkelgrau-braune Acrylmischung,
  • rot- und dunkelbraune Öltupfer wahllos im Fleck und an den Rändern verteilt,
  • burnt sienna Öltupfer, anschließend mit Terpentin betupft und somit zum Ausfransen gebracht,
  • einzelne burnt sienna Tupfer mit einem weichen terpentinfeuchten Pinsel nach unten verstrichen als Rostschlieren,
  • einzelne sandfarbene Öltupfer am Rand der Kratzer mit einem trockenen Pinsel verblenden.

Noch was zu der Kratzertechnik: wichtig ist, dass man nicht immer dieselben Formen verwendet, d.h. mal längliche, mal flächige, mal zerfledderte malen. Der Bleistift sollte nur ganz spärlich verwendet werden. Beim Werkzeug und an den Ketten bringt er die besten Ergebnisse. anschließend etwas mit einem festen Pinsel verreiben, damit man die Ränder des Bleistiftstriches nicht mehr sieht.

Die stärkeren Ölflecken entstanden aus Ölfarbe "lamp black" gemischt mit glänzendem Klarlack und Terpentin. Die unregelmäßigen lasierenden Ölflecken auf der Motorabdeckung enstanden durch Blasen mit dem Mund über einen breiten Pinsel, der mit einer noch stärker verdünnten Mischung wie vorhin für die Ölflecken gefüllt war.

Die Ketten bekamen ein Washing mit erdbraun-acryl, dann eine Lage verschiedener, trocken aufgestreuter Pigmente (heller-dunkler rost, erdbraun und moosgrüner Schmutz. Diese wurden mit Terpentin-Beträufelung fixiert, anschließend mit einem weichen Pinsel verblendet und dann noch mit Gun-metall-Paste von Agama trockengemalt. Schließlich wurden die Kanten noch mit Bleistift bearbeitet.

Kette und Heckbereich erhielten einen leichten Nebel mit "buff" von der Airbrush. Die Abschleppseile bekamen noch ein paar Pigmente dunkelbraun, gemischt mit dunklem Rost verpasst.

Einzelne Teilbereiche der Panzeroberfläche wurden mit "Future" besprüht, um häufig benutzte Teile darzustellen, wo die Besatzung die Tarnung zum glänzen gepracht hat bzw. der Staub weggewischt wurde. Außerdem habe ich mit einem weichen Bleistift einzelne Kratzer dargestellt, vor allem an den Kanten und bei der Kommandantenluke.

Die Schmutzschlieren ablaufenden Staubs, welche im Bereich der taktischen Nummer zu sehen sind, entstanden mittels Acrylfarbe braun und sandfarben gemischt mit viel Wasser (90%).

Noch ein Tip: wem aufgefallen ist, dass alles Zubehör schon am Panzer geklebt hat, als das Modell grundiert wurde und sich fragt, wie man dann das ganze Zeug noch bemalen kann:
stark verdünnte Acrylfarbe in mehreren Schichten (z.b. Schwarz-Grau für die Gummibandagen der Reserve-Laufrollen) führt zum Erfolg.

Die Ausrüstung wurde ebenfalls fertiggestellt. Alle Holzteile erhielten eine sandfarbene Grundierung und kleine weiße Streifen, welche die Maserung darstellen sollten. Dann wurde burnt sienna Ölfarbe lasierend aufgetragen.

Die Schleppseilkauschen-, Schaufel-, Hacken-,Brechstangen- und Drahtscherenmetallteile bemalte ich mit einer mischung aus Agama-brüniertes Metall und Dunkelgrau. Dann wurde etwas Alufarbe trocken aufgestrichen und darüber mit feuchtem Pinsel verschiedene helle und dunkle Rostpigmente aufgetupft und nach dem Trocknen wieder mit einem Pinsel verrieben oder getupft.

Die Schiene für die Antenne wurde mit grau trockengemalt und anschließend noch mit verschiedenen sandfarbenen und
hellgrauen Pinselstrichen detailbemalt, damit es aussieht wie Holz, von dem die Farbe abgeblättert ist.

Das Diorama

Die Dioramengrundplatte ist ein stück Sperrholz, um das ich einen Bilderrahmen passend zuschnitt. Das Kopfsteinpflaster ist ein alter Zubehörteil von Verlinden.

Die Geländeform wurde zuerst aus Teilen von einem Blumenschwamm geformt, welche ich dann um das Straßenstück passend mit Weißleim aufklebte.

Dann kam ein Überzug aus Gipsbandagen darüber. Schließlich mischte ich eine Masse aus Zellulose, Weißleim, Wasser, Erde und Färbemittel braun der Firma "Noch".

Diese Masse diente zum Gestalten der Oberflächenform. Die Grasbüschel sind aus dem Geländebauzubehörhandel der Firma Silflor.

Die Straße erhielt eine graue Grundierung. Einzelne Pflastersteine habe ich mit verschiedenen anderen Farben, wie Hellgrau, Blau, Braun, Grün und Sky bemalt.

Dann folgten mehrere Washings mit Schwarz und Braun. Schließlich kamen verschiedene Schichten Pigmente (Sand, grüner Schmutz, Braun) zum Einsatz, die mit dem Pinsel aufgetupft und dann mit Terpentin "weggeschwemmt wurden.
Weitere Pigmente wurden aufgestreut und ebenso mit Terpentin beträufelt.

Anschließend kamen noch einige Detailwashes mit sandfarbener Ölfarbe in die Ritzen einiger Pflastersteine. Zuletzt erfolgte ein Einstauben des Bereichs der Straße, vor allem die Straßenränder mit "Buff" von tamiya mittels Airbrush. Auch das Gras und die Erde am Wegesrand sollen merklich davon abbekommen, damit der Effekt der Staubfahnen von den vorbeifahrenden Fahrzeugen gut zur Wirkung kommt.
pfeil_ob  

Fazit

Der Bau "OOB" war eine interessante Erfahrung, die mir zeigte, dass der meiste Aufwand, den man beim Zusammenbau mit Scratchen und sonstigem teurem Zubehör manchmal treibt, gar nicht so effektiv ist. Ein wenig mehr Sorgfalt bei der Bemalung kann auch ziemlich gute Ergebnisse bringen. Sicherlich gäbe es bei diesem Modell noch einiges zu tun, wie die Lüftergitter aber ich kann auch so ganz gut damit leben. Vielleicht wird ja nach dem Bewerb noch etwas nachgebessert...

© 2008 G. Schachinger
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Panzer III Ausf. L, sPzAbt 502, Russland im Sommer 1943

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